22. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit

Verifactu kommt für jede Rechnung — ja, auch auf den Kanaren

Olga Caballero & Co. Olga Caballero & Co.Kanzlei · Teneriffa & Fuerteventura

Spanien baut die bescheidene Rechnung neu. Nach den Anti-Betrugs-Regeln des Königlichen Dekrets 1007/2023 — dem Regime, das alle Verifactu nennen — muss Rechnungssoftware manipulationssichere, hash-verkettete Aufzeichnungen erzeugen, einen QR-Code auf jede Rechnung drucken und in Echtzeit an die Steuerbehörde melden können.

Wenn Sie auf den Kanaren ein Unternehmen, ein Geschäft, eine Praxis oder eine Ein-Personen-Beratung führen, landet das auf Ihrem Tisch. Hier der aktuelle Stand, ohne das Rauschen.

Die Fristen, wie sie stehen

Der Kalender hat sich zweimal bewegt — ignorieren Sie also alles, was Sie 2024 gelesen haben:

  • Softwarehersteller dürfen seit dem 29. Juli 2025 nur noch konforme Systeme verkaufen.
  • Kapitalgesellschaften (Körperschaftsteuerzahler) müssen vor dem 1. Januar 2027 konforme Software nutzen.
  • Selbstständige und andere Einkommensteuerzahler folgen vor dem 1. Juli 2027.

Bis dahin ist die Nutzung freiwillig — und die Steuerbehörde nimmt Live-Übermittlungen bereits an. Wer früh umstellt, testet in Ruhe statt im Januar-Gedränge.

„Aber wir haben hier doch IGIC“

Das häufigste Missverständnis, das wir auf den Inseln hören. Verifactu ist keine Mehrwertsteuer-Regel — es knüpft an die Einkommensbesteuerung an, und das gemeinsame Steuergebiet schließt die Kanaren, Ceuta und Melilla ausdrücklich ein. Nur das Baskenland und Navarra bleiben außen vor, weil sie eigene äquivalente Systeme betreiben. Eine IGIC-Rechnung aus Corralejo ist genauso erfasst wie eine Mehrwertsteuer-Rechnung aus Madrid.

Wer ausgenommen ist

  • Unternehmen, die über das SII melden (das Echtzeit-System der Großsteuerzahler) — auch bei freiwilligem Beitritt.
  • Steuerzahler, die gar keine Rechnungen per Software ausstellen (rein manuelle Rechnungstellung).
  • Bestimmte vollständig befreite Einrichtungen.

Für alle anderen hört „meine Excel-Vorlage“ auf, ein Rechnungssystem zu sein, und beginnt, ein Risiko zu sein: Der Einsatz nicht konformer Software kann mit bis zu 50.000 € pro Jahr sanktioniert werden.

Eine vernünftige Checkliste für 2026

  1. Fragen Sie Ihren Softwareanbieter nach seiner verantwortlichen Erklärung zur Verifactu-Konformität — schriftlich.
  2. Wenn Sie aus Tabellen oder einem alten Individual-Tool fakturieren, planen Sie die Migration dieses Jahr — nicht im Dezember 2026.
  3. Sprechen Sie mit Ihrer Gestoría darüber, ob der Echtzeit-Modus (VERI*FACTU) zu Ihnen passt — für viele kleine Betriebe ist er einfacher als signierte lokale Aufzeichnungen.
  4. Unternehmen mit Gruppenstrukturen oder gemischten Tätigkeiten: Kartieren Sie welche Einheiten erfasst sind, bevor Sie budgetieren.

Die Rechnung wird zu einem Stück Steuerinfrastruktur. Behandeln Sie die Software, die sie erzeugt, mit demselben Ernst wie das Bankkonto, das sie speist.

Unser Handelsrechtsteam berät Unternehmen auf beiden Inseln, Seite an Seite mit Ihrer Steuerberatung — sprechen Sie mit uns.

Diese Notiz ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Für Ihre konkrete Situation lassen Sie sich bitte juristisch beraten.

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